Kuss vom «Bad Boy»: Boateng trifft und schweigt

Rustenburg (dpa) - Ein Kuss in die Kamera, ein Zwei-Finger-Gruß ins Publikum: Kevin-Prince Boateng hat es der Fußball-Welt gezeigt. Sein erstes Länderspiel-Tor ebnete Ghana bei der WM den Weg zum ersten Viertelfinal-Einzug überhaupt. Doch jetzt droht dem «Bad Boy» eine Zwangspause.

«Es wird ein riesiges Problem, ihn für das Spiel gegen Uruguay fit zu bekommen», sagte Trainer Milovan Rajevac. Boateng war angeschlagen ins Achtelfinale gegen die USA gegangen, wegen einer Oberschenkelverletzung musste er vorzeitig vom Platz. Für die «Black Stars» wäre ein Ausfall des 23-Jährigen ein enormer Verlust. In Deutschland wurde der gebürtige Berliner kurz vor der Weltmeisterschaft wegen des bösen Fouls gegen Michael Ballack zur Reizfigur - für die Ghanaer hingegen ist er als Ersatz für Superstar Michael Essien binnen kürzester Zeit zum neuen Fixstern im Mittelfeld geworden.

«Sein Tor spricht für sich. Man muss doch nur die Spiele sehen, dann weiß man Bescheid», sagte WM-Zimmerkollege Hans Sarpei. Boateng selbst schwieg auch nach seiner Top-Leistung. Seit dem Wirbel um das Ballack-Foul und heftiger Attacken aus Deutschland hat er sich einen Maulkorb verordnet. Dafür versprach Coach Rajevac: «Wir tun alles, damit er am Freitag spielen kann.»

Keine Verletzten bei Notlandung in Südafrika

Johannesburg (apn) In Südafrika hat ein Kleinflugzeug mit sechs Fußballfans an Bord auf einer Schnellstraße notlanden müssen. Laut Polizei wurden bei dem waghalsigen Manöver am Sonntagmittag weder Insassen noch Autofahrer verletzt. Die Familie aus der Stadt Benoni östlich von Johannesburg war auf dem Weg zum Achtelfinalspiel Deutschland gegen England nach Bloemfontein, als der Pilot wegen technischer Probleme notlanden musste.

Valdez auf dem Weg der Besserung

Pietermaritzburg (dpa) - Beim WM-Achtelfinalisten Paraguay schwinden die Verletzungssorgen. Nach Meinung der Mannschaftsärzte machen die drei angeschlagenen Spieler Nelson Valdez (Borussia Dortmund), Jonathan Santana (VfL Wolfsburg) und Antolin Alcaraz (FC Brügge) Fortschritte.

Obwohl Valdez zuletzt beim Mannschaftstraining fehlte, plant Fußball-Lehrer Gerardo Martino mit ihm für das Duell gegen Japan in Pretoria. Wie medizinische Untersuchungen ergaben, hat sich der Angreifer im letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland nicht die befürchtete Zerrung zugezogen. Um seine ermüdete Muskulatur zu schonen, beschränkte sich der Dortmunder in den vergangenen Tagen auf Lauf- und Fahrradtraining.

Neben Valdez ist auch Santana auf dem Weg der Besserung. Der Mittelfeldspieler, dem seit Turnierbeginn eine Zerrung zu schaffen macht, hat die Belastung in den vergangenen Tagen kontinuierlich gesteigert. Darüber hinaus kann auch der von einer Knöchelblessur genesene Abwehrspieler Alcaraz, Torschütze im Spiel gegen Italien, in die Startelf zurückkehren. Santana und Alcaraz überstanden das Mannschaftstraining problemlos. Definitiv verzichten muss Trainer Gerardo Martino bisher nur auf den gelb-gesperrten Victor Cáceres vom FC Libertad.

In intensiven TV- und Video-Studien bereitete sich Martino auf das Duell mit den Japanern vor. «Sie verfügen über ein sehr kompaktes Mittelfeld und sind sehr konterstark. Darauf müssen wir vorbereitet sein», sagte der Fußball-Lehrer. Den Einbruch in sein Haus in Argentinien, bei dem ein TV-Gerät und andere Gegenstände gestohlen wurden, wollte er mit Verweis auf das anstehende Achtelfinale nicht kommentieren.

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